Taschengeldtabelle 2025/2026: Wie viel Taschengeld ist angemessen?
Aktuelle DJI-Empfehlungen nach Alter, praktische Auszahlungsrhythmen und Tipps, wie Familien einen passenden Taschengeldbetrag festlegen.
Kurzantwort: Die aktuelle Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts reicht von 1 bis 2 Euro pro Woche für Kinder unter sechs Jahren bis zu 40 bis 60 Euro im Monat für 16- bis 17-Jährige. Entscheidend ist nicht allein der Betrag: Regelmäßigkeit, freie Verfügbarkeit und klare Absprachen machen Taschengeld zu einem guten Lernfeld.
Die aktuelle Taschengeldtabelle 2025/2026
Die folgenden Beträge stammen aus der 2025 veröffentlichten Expertise des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Sie sind Richtwerte, keine Pflichtbeträge.
| Alter | Empfehlung | Rhythmus |
|---|---|---|
| unter 6 Jahre | 1–2 € | pro Woche |
| 6–7 Jahre | 2–3 € | pro Woche |
| 8–9 Jahre | 3–4 € | pro Woche |
| 10–11 Jahre | 15–25 € | pro Monat |
| 12–13 Jahre | 20–30 € | pro Monat |
| 14–15 Jahre | 25–45 € | pro Monat |
| 16–17 Jahre | 40–60 € | pro Monat |
| ab 18 Jahre | 55–75 € | pro Monat |
Bis zum neunten Geburtstag sind kurze Zeiträume leichter zu überblicken. Eine Woche ist für jüngere Kinder konkret: Sie erleben, wie sich eine kleine Ausgabe auf die nächsten Tage auswirkt. Ab zehn Jahren kann ein Monatsbetrag helfen, längerfristig zu planen.
Warum es keinen einzig richtigen Betrag gibt
Eine Tabelle kann Orientierung geben, aber sie kennt eure Familie nicht. Ein passender Betrag hängt unter anderem davon ab,
- was euer Kind selbst bezahlen soll,
- wie hoch das frei verfügbare Familienbudget ist,
- welche Preise im unmittelbaren Alltag eine Rolle spielen und
- wie gut euer Kind längere Zeiträume schon überblickt.
Wichtig ist ein fairer Vergleich: Wenn ein Kind vom Taschengeld nur kleine Wünsche bezahlt, ein anderes aber zusätzlich Kleidung oder Schulessen, sind die Beträge nicht direkt vergleichbar. Größere notwendige Ausgaben gehören normalerweise nicht ins frei verfügbare Taschengeld. Für Jugendliche kann später ein separates Budgetgeld hinzukommen, etwa für Kleidung oder Mobilität.
Taschengeld ist Übungsgeld. Sein Wert entsteht nicht durch die perfekte Höhe, sondern durch echte, altersgerechte Entscheidungen.
Wöchentlich oder monatlich auszahlen?
Für Vorschul- und Grundschulkinder ist die wöchentliche Auszahlung meist verständlicher. Ein fester Wochentag schafft Verlässlichkeit. Ab etwa zehn Jahren lohnt sich der Wechsel zum Monatsrhythmus, weil das Kind dann üben kann, Geld über mehrere Wochen einzuteilen.
Eine Umstellung darf schrittweise erfolgen. Zahlt beispielsweise zwei Monate lang alle zwei Wochen aus, bevor ihr auf monatlich wechselt. Das reduziert Frust und lässt Raum für Fragen.
So findet ihr euren Familienbetrag
1. Klärt zuerst den Zweck
Schreibt gemeinsam auf, was das Taschengeld abdecken soll. Süßigkeiten? Kleine Spielsachen? Downloads nach vorheriger Freigabe? Geschenke für Freunde? Je klarer der Rahmen, desto verständlicher wird die Höhe.
2. Wählt einen tragbaren Betrag
Taschengeld sollte zuverlässig kommen. Ein etwas kleinerer Betrag, der dauerhaft ins Familienbudget passt, ist hilfreicher als eine großzügige Summe, die unregelmäßig ausfällt. Finanzielle Engpässe dürfen altersgerecht erklärt werden, ohne das Kind mit Sorgen zu belasten.
3. Legt einen festen Termin fest
Ob Freitag oder erster Tag im Monat: Ein fixer Termin macht Taschengeld berechenbar. Automatische virtuelle Buchungen in Tallo können die Routine sichtbar machen; das echte Geld bleibt weiterhin bei den Eltern oder im Sparschwein.
4. Überprüft die Regel regelmäßig
Ein guter Zeitpunkt ist der Geburtstag oder der Schuljahreswechsel. Fragt: Reicht der Zeitraum? Sind die vereinbarten Ausgaben noch passend? Muss der Betrag angepasst werden? Eine Überprüfung ist kein tägliches Nachverhandeln, sondern ein ruhiger, vereinbarter Termin.
Was Eltern besser vermeiden
- Jeden Kauf kontrollieren: Kinder brauchen einen kleinen Bereich, in dem sie selbst entscheiden dürfen.
- Vorzeitig nachzahlen: Ist das Geld ausgegeben, wird Warten zur wichtigsten Erfahrung.
- Taschengeld als Strafe streichen: Das zerstört die Verlässlichkeit der Lernroutine.
- Notwendige Dinge daraus bezahlen lassen: Schulmaterial, Grundkleidung und Verpflegung bleiben Elternaufgabe.
- Geschwister starr vergleichen: Alter, Verantwortung und vereinbarte Ausgaben können unterschiedlich sein.
Bargeld, digital oder beides?
Die Deutsche Bundesbank hebt hervor, dass der haptische Charakter von Bargeld Kindern helfen kann, die Endlichkeit von Kaufkraft zu verstehen. Gleichzeitig erleben Kinder immer mehr digitale Bezahlmomente. Eine Kombination ist deshalb alltagstauglich: Münzen für erste eigene Einkäufe, eine digitale Übersicht für Routinen, Sparziele und Geld, das bei den Eltern verwahrt wird.
Tallo ist dabei kein Kinderkonto und verwaltet kein echtes Geld. Die App bildet euren Familienstand als digitalen Merkzettel ab. So bleibt sichtbar, was bereits ausgegeben, gespart oder als Bargeld ausgezahlt wurde.
Fazit
Nutzt die Taschengeldtabelle als Startpunkt, nicht als Leistungsmaßstab. Ein guter Familienbetrag ist regelmäßig, verständlich und finanziell tragbar. Wenn euer Kind damit kleine Fehlentscheidungen treffen, warten und eigene Wünsche priorisieren darf, erfüllt Taschengeld seinen wichtigsten Zweck.